Megilla – Jüdisches Leben in Reden

„Megilla – Jüdisches Leben in Reden” ist eine Sammlung ausgewählter historischer und aktueller Reden, die der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) als Bildungsangebot kostenfrei zur Verfügung stellt. Die Sammlung bietet als Fundgrube zur Geschichte des Judentums und zur Bedeutung von Sprache und Rhetorik vielfältige Einsatzmöglichkeiten: im Unterricht, in Seminaren, Workshops oder auch als Quelle für journalistische oder wissenschaftliche Recherchen.

Eine Fundgrube gegen Antisemitismus

Reden sind Seismographen ihrer Zeit. Jede der hier vorgestellten Reden ist ein Baustein, um geschichtliche und gegenwärtige Ereignisse zu reflektieren, Wissen über jüdisches Leben zu vermitteln und Antisemitismus aktiv entgegenzuwirken. Klicken Sie einfach auf die Titel, um direkt zu den einzelnen Beiträgen zu gelangen. Die Sammlung beleuchtet verschiedenste Aspekte jüdischen Lebens und wird ständig erweitert. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, schreiben Sie eine E-Mail an megilla@vrds.de

Dr. Matthias Schreiber: Ich bin von jeher nicht beredt gewesen. Über den Redner Mose, der kein Redner sein wollte.

Jürgen Sterzenbach: Vor 25 Jahren: Ezer Weizman im Deutschen Bundestag. Die erste Rede eines israelischen Staatspräsidenten in Deutschland am 16. Januar 1996.

Christian Gasche: Protokoll über die Massenvernichtung der polnischen Juden. Rede von Marcel Reich-Ranicki am 27. Januar 2012 im Deutschen Bundestag.

Jacqueline Schäfer: Holocaust-Gedenktag 2021: „Passen Sie auf auf unser Land!“ Die Gedenkreden von Charlotte Knobloch und Marina Weisband am 27. Janaur 2021 im Deutschen Bundestag.

Dörte Hartung: Von Verantwortung und Vertrauen. Die historische Rede von Angela Merkel am 18. März 2008 im israelischen Parlament, der Knesset.

Lisa Hilbich: Aufruf zum kollektiven Selbstmord.Die Märtyrer-Reden von Eleasar ben Ja’ir angesichts der bevorstehenden Eroberung der Festung Masada durch die Römer 73 n. Chr.

Emil Brachthäuser: Mit mir stehen sechs Millionen Ankläger. Die drei Tage dauernde Anklagerede des israelischen Generalstaatsanwalt Gideon Hausner im Eichmann-Prozess, der vor 60 Jahren in Jerusalem stattfand.

Michael Rubinstein: Ist das noch unsere Heimat? Rede auf einer Kundgebung gegen die antisemitischen Ausschreitungen in Deutschland wegen des Gaza-Krieges im Mai 2021.

Christoph Meinersmann: Josel von Rosheim: Jüdische Lichtgestalt am Beginn der Neuzeit Porträt des „Befehlshabers der Judenschaft“ im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation,  herausragender Kommunikator und selbstbewusster Vertreter der jüdischen Gemeinden im 16. Jahrhundert.

Christian Gasche: Ist Toleranz die preiswerte Alternative zum aufrechten Gang? Dankesrede von Henryk M. Broder, dem am 24. Juni 2007 in der Frankfurter Paulskirche der Börne-Preis verliehen wurde.

Jürgen Sterzenbach: Eine Sternstunde jüdischen Geistes. Gedenkrede von Rabbiner Leo Baeck im NRW-Landtag anlässlich des 750. Todestages des jüdischen Philosophen Moses Maimonides, gehalten am 7. Juli 1954.

Christoph Meinersmann: Bernhard Weiß: Polizeivizepräsident und Propagandaopfer in der Weimarer Republik Würdigung des „jüdischen Preußen“ und „kämpferischen Demokraten“, der vor 70 Jahren, am 29. Juli 1951, verstorben ist. Mehr Menschen seiner Art, und Hitlers Terrorregime hätte vielleicht verhindert werden können.

Prof. Dr. Peter Rawert: Gabriel Riesser: Wortführer der jüdischen Emanzipation im 19. Jahrhundert. Am 29. August 1848 hielt Gabriel Riesser als Abgeordneter des Frankfurter Paulskirchenparlaments ein leidenschaftliches Plädoyer für die rechtliche Gleichstellung der Juden.

Antonia Kleikamp: Sie wurden binnen einer Viertelstunde in Leichen verwandelt. Am 27. September 1942 hielt Thomas Mann in der Sendereihe „Deutsche Hörer!“ eine Radioansprache über die Verbrechen des Hitler-Regimes an den Juden.

Willi Vogler: Erlösen wir die Sprache aus ihrem Bann! Dankesrede von Martin Buber anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels am 27. September 1953 in der Frankfurter Paulskirche.

Jacqueline Schäfer, Dr. Thilo von Trotha: Der Anfang des Gedenkens Über die Entstehung von Helmut Schmidts Rede am 9. November 1978 in der Kölner Synagoge, 40 Jahre nach der Reichspogromnacht.

Jürgen Sterzenbach: Gedenken an meinen Großvater Rede zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 2018 bei einer Gedenkveranstaltung in Bergisch Gladbach.

Grisha Alroi-Arloser: Die wundersamen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel Rede am 1. Juni 2015 anlässlich der 50jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Christian Gasche: Bewegendes Gedenken – trotz eines ritualisierten Protokolls Drei Reden zum Gedenken an die Opfer der Shoah im Deutschen Bundesetag am 27. Januar 2022.

Jacqueline Schäfer: Eine Reflexion über Sprache Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Premiere des Films „Die Wannseekonferenz“ im Berliner Kino Zoo-Palast.

Jürgen Sterzenbach: „Seid Menschen!“ Gedenkrede der hundertjährigen Margot Friedländer zum International Holocaust Remembrance Day 2022 im Europäischen Parlament in Brüssel.

Jürgen Sterzenbach: Die Rede des Versöhners Johannes Rau sprach als erster deutscher Bundespräsident am 16. Februar 2000 in der Knesset in Jerusalem.

Jacqueline Schäfer: Wahrheit als Waffe gegen die Diktatur und die Macht der Soldatenmütter Anti-Hitler-Rede von Erika Mann am 15. März 1937 vor 23.000 Menschen im Madison Square Garden New York.

Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel: Judenfeindschaft kam stets aus der gebildeten Mitte Gedenkrede im österreichischen Parlament am 5. Mai 2022 mit dem Appell, gegen zeitgenössische Antisemitismen konsequent die Stimme zu erheben.

Dörte Hartung: Golda Meir goes Hollywood – und inspiriert die Ukraine Die israelische Außenministerin und Ministerpräsidentin beherrschte den öffentlichen Auftritt und war eine Meisterin des Wortes.

Jürgen Sterzenbach: 14. Mai 1948: David Ben-Gurion erklärt die Unabhängigkeit Israels Die israelische Unabhängigkeitserklärung wurde in Form einer Rede vorgetragen und live über Radio verbreitet.

Uta Gerlant: Ivan Dzjuba: Hass und Verrohung entgegentreten Rede des Dissidenten Ivan Dzjuba (1931-2022) in Babyn Jar am 29. September 1966, die den Impuls zu einem neuen Verhältnis zwischen Juden und Ukrainern gab.

Jacqueline Schäfer: Die Wegbereiterinnen Lily Montagus selbstbewusste Predigt vor der Weltunion für Progressives Judentum am 19. August 1928 und Regina Jonas Ordinariat zur weltweit ersten Rabbinerin im Jahr 1935.

Uta Gerlant: „Wir haben den Krieg nicht gewollt“ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist Jude und gegenwärtig der beeindruckendste politische Redner der Welt.

Jürgen Sterzenbach: Theodor Herzl: Feuilletonist, Radfahrer, Staatsgründer Der Erste Zionistische Weltkongress 1897 in Basel.

Uta Gerlant: „Ist unsere Gedenkkultur wirklich auf der Höhe der Zeit?“  Unter dem Titel „Wie erinnern wir den 9. November?“ fand am 9. November 2022 in Schloss Bellevue eine Tagung statt, zu der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Zentralrat der Juden eingeladen hatten.

Nina Mahler: Erinnerung an eine aufsehenerregende Rede des österreichischen Schriftstellers Michael Köhlmeier anlässlich des „Gedenktages gegen Gewalt und Rassismus“ am 4. Mai 2018 in der Wiener Hofburg.

Elfie Thiemer: Literatur in Zeiten des Krieges Eröffnungsrede von Tanja Maljartschuk zum „Ingeborg Bachmann Preis 2023“ bei den „47. Tagen der deutschsprachigen Literatur“ in Klagenfurt.

Robert Habeck: „Antisemitismus ist in keiner Gestalt zu tolerieren – in keiner.“ Zwei Videoansprachen nach dem bestialischen Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023.

Dr. Oded Horowitz: „Das Grauen ist Gegenwart geworden“ Das Gedenken an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 stand auch im Zeichen des Terroranschlages auf Israel am 7. Oktober 2023. Das zeigt die Rede von Dr. Oded Horowitz im Landtag NRW.

Jürgen Sterzenbach: Propheten der Vernichtung Hitlers Rede vom 30. Januar 1939 in der Berliner Kroll-Oper und ihre erschreckende Aktualität.

Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel: Warum die schwarze Antwort des Hasses auf dein Dasein, Israel? Rede über die Symbios von Judenhass und Israelhass beim  traditionellen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus im Österreichischen Parlament am 3. Mai 2024.

Dr. Wolfgang Kraushaar: Laudatio auf Lars Henrik Gass Eine Abrechnung mit dem deutschen Kulturbetrieb anlässlich der Verleihung der Ernst-Cramer-Medaille an den Leiter der Oberhausener Kurzfilmtage, der durch Boykottaufrufe massiv bedrängt worden war.

Herta Müller: „Ich kann mir eine Welt ohne Israel nicht vorstellen“ Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller sandte in ihrer Rede auf der Veranstaltung »The October 7 Forum« in Stockholm einen aufsehenerregenden Weckruf an den Westen.

Yarden Bibas: „Beschütze mich, damit ich nicht in der Dunkelheit versinke“ Trauerrede des Vaters der Familie Bibas bei der Beerdigung seiner Frau und seiner beiden Söhne, die von der Hamas ermordet wurden. Die ganze Familie war am 7. Oktober 2023 im Gazastreifen entführt und getrennt gefangen gehalten worden, nur der Vater überlebte.

 

Weitere Beiträge erscheinen in loser Folge. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, schreiben Sie eine E-Mail an: megilla@vrds.de 

 Anmerkung

Das Projekt »Megilla – Jüdisches Leben in Reden« wurde 2021 anlässlich des bundesweiten Festjahres  1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ins Leben gerufen. Megilla ist Hebräisch und bedeutet Schriftrolle (מגילה). Dabei handelt es sich um die Buchform des Altertums. Auf Schriftrollen wurde auch die Heilige Schrift der Juden, die Tora, überliefert, auf der das christliche Alte Testament beruht.

Im Rahmen des Projekts hat der VRdS im November 2021 zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel  Tacheles statt Sonntagsreden – Müssen sich Juden in Deutschland verstecken? in den Landtag Nordrhein-Westfalen eingeladen. Damals lautete die Antwort noch nein. Doch seit dem 7. Oktober 2023 ist antisemitische Rhetorik allgegenwärtig und jüdisches Leben weltweit gefährdet – auch in Deutschland.