Mentoring: Erfahrungsberichte

Ein ehemaliges Tandem erzählt

Jörg Rieger, ehemaliges Mentee:„Ich hatte mich nach einer Festanstellung als Journalist selbständig gemacht. Das Redenschreiben sollte mein zweites Standbein werden. Mein Mentor Peter Sprong hat mir die Augen für die Branche geöffnet, hat mir „Hausaufgaben“ gegeben, mich bei Aufträgen mit ins Boot geholt. Aufgrund der räumlichen Distanz – er lebt in Köln, ich in Würzburg – haben wir uns selten gesehen. Aber menschlich und fachlich hat es bei uns gepasst. Wir waren ein gutes Tandem. Das schweißt zusammen und es ist schön, sich bei VRdS-Salongesprächen und anderen Anlässen wiederzusehen.“

Peter Sprong, VRdS-Mentor: „Mir macht es Freude, Mentor zu sein. Denn Lehren ist immer auch Lernen, ist Reflexion der eigenen Tätigkeit. Den inhaltlichen Schwerpunkt lege ich auf Textarbeit. Somit ähnelt das Mentoring einem auf mehrere Treffen verteiltem Redeschreiber-Seminar. Dabei sehe ich mich vor allem als Sparringspartner: Ich nehme mir Zeit, Reden meiner Mentees zu begutachten und Feedback zu geben. “

Erfahrungen und Können weitergeben

Torsten Schölzel, ehemaliges Mentee: „Als Werbetexter und Ghostwriter wollte ich mein Geschäftsfeld um das Redenschreiben erweitern. Für mich war das Mentoring-Programm ein wesentlicher Grund, dem VRdS beizutreten. Wissen kann man zwar auch aus Büchern ziehen. Aber der direkte Austausch mit einem Profi bringt viel mehr. Ich kann gezielt nachfragen und partizipiere am Expertenwissen. Mein Mentor Matthias Müller-Krey gab mir online Aufgaben, die wir beim nächsten Treffen besprochen haben. Das klappte hervorragend. Auch heute sind wir noch regelmäßig miteinander in Kontakt. Die Chemie stimmt einfach.“

Matthias Müller-Krey, ehemaliges Mentee und jetzt VRdS-Mentor: „Ich war selbst einmal Mentee – bei Minita von Gagern. Zwar hatte ich zuvor schon viele Jahre als Redakteur gearbeitet. Aber wenn man mit dem Redenschreiben anfängt, ist man unsicher und froh, einen Ansprechpartner zu haben. Das bekommt man sonst nirgendwo. Da ich diesen Service genossen und sehr davon profitiert habe, engagiere ich mich nun selbst als VRdS-Mentor – und zwar wie alle anderen Mentoren auch: ehrenamtlich. Die Mentees zahlen eine Art Verwaltungsgebühr an den Verband. Daraus sollte keine Anspruchshaltung erwachsen wie „Ich will jetzt was haben für mein Geld“. Vielmehr geht es darum, gemeinsam im Tandem zu wachsen.“

Minita von Gagern, VRdS-Mentorin: „Für mich kommt es vor allem auf die Chemie mit den Mentees an. Ich mag Menschen, die vom Spaß am Beruf, von der Freude an Sprache getrieben sind, nicht in erster Linie vom Geld verdienen. Menschen, die wach und nachdenklich sind. Praktische Fragen nach dem Procedere bei Akquise, Verdienst, Anstellung sind wichtig und ergeben sich nebenbei oder im Nachgang, stehen für mich aber weniger im Fokus. Wer mit Freude an der Sache in den Beruf springen will, der ist bei mir ganz gut aufgehoben.“

Dr. Dirk Getschmann, VRdS-Mentor: „Man muss neugierig sein auf Menschen. Als Mentor ist man weniger der weise alte Mann, der sich unbedarften Jüngeren zuwendet. Vielmehr geht es um einen Austausch unterschiedlicher Erfahrungen und Perspektiven.“

Eine Win-Win-Situation

Susanne Hallwich, VRdS-Mentorin und Mitbegründerin des VRdS-Mentoring-Programms: „Das VRdS-Mentoringprogramm haben wir 2009 zusammen mit Willi Vogler und Hans Georg Roth aus der Taufe gehoben. Da Redenschreiber/in als eigenes Berufsbild nur als Randerscheinung im Meinungsmarkt existierte und es keinen klassischen Ausbildungsweg dafür gibt, erschien es uns im Sinne der Nachhaltigkeit organisch logisch, die Nachwuchsförderung aktiv zu gestalten und das implizite Wissen und die ungeschriebenen Gesetze des Redenschreiberberufs zu bewahren und weiter zu geben. Da ich selbst über viele Jahre als StartUp-Coach und Mentorin Menschen auf ihrem Weg in neue Berufs- und Arbeitsfelder begleiten konnte, hatte ich bereits eine gelebte Idee davon, wie wertvoll ein Mentoring-Programm unter der Ägide des VRdS sein könnte. Sein Wissen und auch sein Nicht-Wissen zu teilen, Impulse zu geben und sich so gemeinsam in seinem Tun zu reflektieren und in Frage zu stellen, ist ein unbeschreiblich inspirierender Lernprozess für beide Seiten.“

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