VRdS-Projekt »Megilla«: Jüdische Geschichte und Gegenwart im Spiegel von Reden

Königswinter. Nachweislich seit 1700 Jahren leben Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Aus diesem Anlass wurde das bundesweite Festjahr »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« ausgerufen, an dem sich der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache e.V. (VRdS) mit dem Projekt »Megilla« beteiligt. „Die Rede ist eines der mächtigsten Mittel der menschlichen Kommunikation. Dies zeigt sich gerade auch an Reden im jüdischen Kontext,“ erklärt Jürgen Sterzenbach, VRdS-Vizepräsident und Leiter des Projekts. „Anhand von ausgewählten Reden aus der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens wollen wir Persönlichkeiten und Ereignisse ins Blickfeld rücken, die für unser Land prägend waren und sind.“

Von Mose bis Marcel Reich-Ranicki

Sowohl jüdische als auch nichtjüdische Persönlichkeiten kommen bei Megilla zu Wort: Die Liste der Redner und Rednerinnen reicht von Mose bis zu Marcel Reich-Ranicki, von Charlotte Knobloch bis zu Angela Merkel. Die Reden werden mit einführenden Beiträgen von VRdS-Mitgliedern und Gastautoren auf der Webseite des Verbandes vorgestellt. Sie spiegeln Entwicklungen und Ereignisse aus Politik, Gesellschaft, Kultur, Religion, Wirtschaft, Wissenschaft und vielen anderen Bereichen. Zu den Themen gehören der lange Kampf der Juden um Gleichberechtigung, der immer wiederkehrende Antisemitismus, der Neuanfang jüdischen Lebens in Deutschland nach dem Holocaust und die besonderen Beziehungen Deutschlands zum Staat Israel. Das Spektrum der Redegattungen umfasst politische Reden, Gedenkreden, Gerichtsreden, Festreden und viele mehr.

Redesammlung wird ständig erweitert

„Ziel des Projektes ist es, eine Sammlung von Reden zusammenzustellen, die als Fundus allen zur Verfügung steht, die sich für jüdisches Leben interessieren und insbesondere beruflich Reden oder Artikel zu dieser Thematik verfassen müssen. Als historische und zeitgeschichtliche Originalzeugnisse sind die Reden außerdem als  Unterrichtsmaterialien hervorragend geeignet,“ unterstreicht Jürgen Sterzenbach. Die Sammlung ist auf der VRdS-Webseite unter vrds.de/redekultur/megilla abrufbar und wird kontinuierlich erweitert.

Der Projektname »Megilla« leitet sich aus dem hebräischen Wort für Schriftrolle ab, der Buchform des Altertums, in der auch die ältesten jüdischen Überlieferungen festgehalten wurden. Eine Schriftrolle mit dem Schriftzug „Jüdisches Leben in Reden“ dient als Logo des Projekts.

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