In guter Verfassung: „70 Jahre Grundgesetz sind 70 Jahre verbriefte Redefreiheit“

Demokratie braucht eine gute Rede- und Debattenkultur. Konflikte dürfen nicht kaschiert, sondern müssen respektvoll ausgetragen werden. Diese Haltung gilt es zu fördern, so der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS).

7.05.2019 Berlin – „Das Grundgesetz ist nicht nur Deutschlands vornehmster Exportschlager, sondern nach wie vor festes Fundament unserer Demokratie“, so Jacqueline Schäfer, Präsidentin des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) zum Jubiläum des Grundgesetzes am 23.05.2019. „Unsere Demokratie ist in guter Verfassung. Denn 70 Jahre Grundgesetz sind 70 Jahre verbriefte Redefreiheit“, so die VRdS-Präsidentin weiter.

Dass gegenwärtig laut einer internationalen Studie vom Meinungsforschungsinstitut „Pew“ immer mehr Menschen in Deutschland damit unzufrieden sind, wie die Demokratie im Land funktioniert, sei erschreckend. „Die Demokratie ist für uns so selbstverständlich, dass wir uns deren Stärken unbedingt wieder klarmachen müssen. Deshalb ruft der VRdS auf, in politischen Reden konkret die Vorzüge der Demokratie zu benennen, zu erzählen, wo wir im täglichen Leben von der Demokratie profitieren und was jeder Einzelne dazu beitragen kann, für diese Demokratie aktiv einzutreten. Es reicht nicht, sich hinter abstrakten Phrasen zu verschanzen“, betont die VRdS-Präsidentin. <

Redefreiheit ist Bestandteil von Artikel 5, der jeder Bürgerin und jedem Bürger im Rahmen der Gesetze Meinungsfreiheit gewährt. „Somit ist Redefreiheit nicht absolut. Sie hat ihre Grenzen dort, wo die Würde des Menschen verletzt wird“ so Schäfer. „Als demokratische Gesellschaft müssen wir uns immer wieder darum bemühen, hart in der Sache zu diskutieren, ohne Menschen zu diskreditieren. Das ist mitunter ein schmaler Grad.“ Denn keinesfalls dürften Konflikte und Meinungsverschiedenheiten kaschiert werden.

„Auch in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik haben sich die politischen Kontrahenten nicht mit rhetorischen Wattebällchen beworfen. Im Gegenteil. Immer aber war die gemeinsame Grundlage zu erkennen: Auf dem Boden des Grundgesetzes um das Beste für die Menschen zu ringen.“

Heute gehe es wieder um Richtungsentscheidungen für unser Land und für Europa: Globalisierung, Klimawandel, Zuwanderung, soziale Gerechtigkeit – um den richtigen Weg muss gerungen werden. „Dafür bedarf es einer demokratischen Debattenkultur, die sich nicht in Hasskommentaren oder Shitstorms entlädt, sondern den respektvollen Meinungsstreit wertschätzt und austrägt“, so Schäfer. „Und das muss gefördert werden – an Schulen und Universitäten, aber auch in Politik und Medien. Der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache geht hier mit gutem Beispiel voran.“

In Kooperation mit dem sächsischen Landtag organisiert der VRdS jährlich ein Jugendredeforum. Zusammen mit dem deutsch-ungarischen Jugendwerk schult er junge Menschen in Sachen Redekultur. Im Rahmen seines Mentoring-Programms bietet er Nachwuchsredenschreibern eine Begleitung durch erfahrene Profis. Und mit seinen Reden-Analysen zu Wahlkämpfen und Hauptversammlungen leistet der VRdS einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Redekultur in Politik und Wirtschaft. So wird er Ende Mai den besten Redner bzw. die beste Rednerin im Europa-Wahlkampf küren und Anfang Juni das Ranking der Besten bei den DAX30-Hauptversammlungen

Zum Hintergrund:

Der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) ist der Berufsverband der Redenschreiberinnen und Redenschreiber im deutschsprachigen Raum. Er setzt sich im Interesse seiner Mitglieder unter anderem für die öffentliche Anerkennung des Redenschreiberberufs als hoch qualifizierter Dienstleistungsberuf ein. Darüber hinaus fördert er die demokratische Rede- und Debattenkultur. www.vrds.de