
Jürgen Sterzenbach
Wer sind Sie, was machen Sie, wie kamen Sie zum Redenschreiben?
Meine erste große Rede entstand während meines Germanistikstudiums in Köln. Damals finanzierte ich mein Studium als freier Texter in einer Werbeagentur und erhielt den Auftrag, eine Jubiläumsrede für den Vorstandsvorsitzenden eines Automobilkonzerns zu verfassen. Den Vortrag erlebte ich live mit: Er sprach jedes Wort exakt so, wie ich es formuliert hatte und erhielt großen Applaus. Die Resonanz reichte über die Veranstaltung hinaus – die Presse berichtete und zitierte aus dem Manuskript. Dieser Erfolg legte den Grundstein für zahlreiche weitere Reden für den Konzernvorstand.
Seit 1990 bündle ich diese Expertise unter der Marke SINNDESIGN®. Als Berater, Redakteur, Ghostwriter und Creative Director begleite ich Unternehmen, Führungskräfte und Organisationen bei ihrer professionellen Kommunikation.
Meine Schwerpunkte:
- Reden & Ghostwriting: Maßgeschneiderte Manuskripte für Firmenjubiläen, Neujahrsansprachen, Konferenzen oder Ehrungen sowie für Namensbeiträge, Fachartikel und Bücher.
- Slogans & Statements: Einprägsame Formulierungen wie Claims, Projektnamen, Veranstaltungstitel und Pressemeldungen.
- Konzeption, Redaktion & Design: Strategische Entwicklung und Realisierung von Unternehmensdarstellungen, Webseiten, Kampagnen und Publikationen aller Art.
Warum braucht man Redenschreiberinnen und Redenschreiber?
Wie lautet Ihr wichtigster Rat an eine Rednerin oder einen Redner?
Wovon lassen Sie sich bei Ihrer Arbeit inspirieren?
Welches Reden-Zitat hat Sie am meisten beeindruckt?
Mich beeindruckt Ronald Reagans Appell von 1987 am Brandenburger Tor: ‚Mr. Gorbachev, open this gate. Mr. Gorbachev, tear down this wall.‘
Aus rhetorischer Sicht ist das ein Meisterwerk der Reduktion. Reagan nutzt eine Apostrophe – die direkte Anrede eines Abwesenden –, was der Forderung eine enorme Unmittelbarkeit verleiht. Die Eindringlichkeit wird durch einen strengen Parallelismus und eine Klimax verstärkt, die sich vom Öffnen des Tores bis zum Einreißen der Mauer steigert.
Das Geniale ist die absolute Konkretheit im Blick auf die Zielsetzung: Er verwendet kein diplomatisches Vokabular, sondern klare Bilder und eine einfache Sprache. Besonders spannend: Sein Ghostwriter Peter Robinson berichtete später, dass das US-Außenministerium den Satz siebenmal streichen wollte, weil er als zu provokativ galt. Doch Reagan bestand darauf. Für mich ist das ein Plädoyer für den Mut zur Klarheit – und das beste Beispiel dafür, dass die richtigen Worte die Kraft haben, Wirklichkeit zu verändern.
Was sind die drei wichtigsten Fähigkeiten einer Redenschreiberin oder eines Redenschreibers?
Ein guter Redenschreiber hält sich nicht immer strikt an das Protokoll, deshalb nenne ich vier:
1) Sprachgefühl, um nicht in Floskeln zu ertrinken, sondern die Persönlichkeit des Redners zu treffen.
2) Klarheit, um Komplexität in Botschaften zu verwandeln, die wirklich hängen bleiben.
3) Vorstellungskraft, um den Applaus schon beim Schreiben mitzudenken.
4) Humor – denn das Herz der Zuhörer öffnet sich am sichersten über ein gemeinsames Lachen.
Worin verfügen Sie über die größte Expertise?
Als Journalist und PR-Fachmann habe ich gelernt, gründlich zu recherchieren und mich schnell in neue Sachgebiete einzuarbeiten. Meine Expertise als Redenschreiber liegt darin, Komplexität in Resonanz zu verwandeln. Ich reduziere die Botschaft auf ihr Wesentliches, finde die richtigen Worte sowie den passenden Ton für den Anlass und erzähle Geschichten, die beim Publikum hängen bleiben. Das ist es, wofür SINNDESIGN® steht: Kommunikation mit Sinn, Stil und Substanz.
Weitere Infos auf meiner Website: www.sinndesign.de
